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Fortsetzung am 18. Mai 2009 in Las Casillas. |
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erstes Porträt-Gespräch . <
zweites Porträt-Gespräch |
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Seit wann arbeitest du nicht mehr im Museum?
Ich arbeite jetzt seit fast zwei Jahren nicht mehr beim ZKM. Das hat mich lange Zeit ganz schrecklich umgetrieben, und die Arbeit hat mir ganz schrecklich gefehlt weil sie hochinteressant war und beim Leben auch Struktur gegeben hat. Dadurch, dass ich zu bestimmten Zeiten dorthin mußte, war eine Linie in meinem Leben, und ich konnte alles andere drumherum garnieren. Das waren im Monat nur an die dreißig Stunden, und meistens habe ich an den Wochenenden gearbeitet, weil es für mich keine Rolle gespielt hat, an welchen Tagen ich arbeiten sollte, aber für die anderen Kollegen war es wunderbar, an den Wochenenden mit ihren Familien zusammen sein zu können.
Als mein Vertrag nicht verlängert wurde, hat es gleichzeitig für mich weitere Abschiede gegeben, die ich zunächst gar nicht so als Abschied empfunden habe, was aber später, in der Gesamtheit, eine ganze Menge Brüche gegeben hat.
Ärzte zu denen ich sehr viel Vertrauen hatte und was fast schon freundschaftliche Beziehungen waren, schlossen ihre Praxis nach 30 oder 20 Jahren, weil diese Ärzte natürlich auch älter geworden waren. Dann hatte ich mich von diesem Mann getrennt, und meine Mutter war gestorben. Auf einmal habe ich gemerkt, dass diese vielen Aktivitäten, die ich immer noch weiter betrieben habe, dass die eigentlich ein Zudecken dieser Abschiede, der Verarbeitung dieser Abschiede war. |
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Lass uns nochmal auf die Zeit des Zurüchziehens eingehen, wie hast du die erlebt, war das einfach für dich?
Das war überhaupt nicht einfach, das war so völlig anders. In mir war irgendwie die Kreativität, die ich sonst immer hatte, zum Erliegen gekommen, und das war für mich eine neue Situation, ich wußte gar nicht, wie ich damit umgehen sollte und was mit mir los ist.
Was hast du gemacht in der Zeit?
Ich habe ganz ganz viel gelesen.
Was hast du gelesen?
Ich habe alles gelesen, was mir in der Stadtbücherei in die Finger kam, Romane, dicke, ganz ganz dicke Bücher und Krimis, sehr schöne spanische Bücher, die neuen Schriftsteller in Spanien interessieren mich sehr, all diese Bücher, die sich mit der Zeit während und nach Franco beschäftigen, das finde ich ganz spannend. Und irgendwann bin ich von den Toten oder Schlafenden wieder auferstanden. |
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Das hört sich so an, als wenn die Verarbeitung der Abschiede so ganz von alleine passiert wäre, hast du das so erlebt?
Ja, vielleicht einfach weil ich mich in Ruhe gelassen habe ist dann irgendwie das Ich, wie ich mich kannte, wieder zum Vorschein gekommen, so Stück für Stück .
Ist das eine Philosophie von dir, dich in Ruhe zu lassen in gewissen Momenten?
Ja, das mach ich sehr häufig wenn ich ganz viel Aktivitäten habe, Besprechungen, Termine und sonstwelche Sachen, die nicht nur selbstbestimmt sind. |
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Jeder, der an diesem Projekt teilnimmt, verpflichtet sich, 5% für die Gemeinschafts-einrichtungen zu zahlen. |
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Wenn das so bestimmte Termine sind, die ich mit anderen zusammen mache und die sich häufen, dann brauche ich nach einer gewissen Zeit wieder ein paar Tage, in denen ich mich völlig zurückziehe, wo ich mich freue wenn keiner anruft. Und ich sage den Leuten auch, ich brauch jetzt das Wochenende und will keine Verabredungen, ich möchte Sachen spontan machen können, aus mir heraus, aber ich möchte nichts Vorgegebenes haben, und das hilft mir ganz toll. Und nach zwei, drei Tagen kann ich wieder anfangen, voll in die ganzen Geschichten einzusteigen. |
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Und vielleicht sogar mußt.
Und, ja, auch muß. Denn mit seinen Ressourcen muß man, wenn man, wie ich, in ein paar Tagen siebzig wird, da muß man schon ein bißchen haushalten und gucken, dass diese Kräfte, die man noch hat, dass man die…. sinnvoll mag ich nicht gern sagen… so einsetzen kann, dass es für mich einen schönen Sinn gibt.
Ich habe nochmal unser erstes Gespräch gelesen, das haben wir vor fast drei Jahren aufgenommen, da sagst du, dass du ein Gefühl hast, man würde dich nicht alt sein lassen.
Ja, daran kann ich mich erinnern, und inzwischen lass ich mir das nicht mehr nehmen, alt zu sein, weil ich jetzt genau weiß und merke, dass Altsein auch was Wunderbares ist, dass man eine Selbstverständlichkeit leben kann, die man sich vielleicht manchmal als junge Frau nicht so getraut hat. Und wenn man mit einer Sicherheit auftritt, so kann man das auch als Vorteil nutzen… diese Lebenserfahrung, wenn man die nicht anderen aufsetzt, sondern wenn man die mit in diese ganzen Arbeiten und Tätigkeiten einfließen läßt ohne besserwisserisch zu sein, dann merke ich, dass das auch für die anderen Leute sehr angenehm ist. Für mich natürlich sowieso. |
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Das hört sich so an wie wenn du da, wo du zur Zeit arbeitest, auch Anerkennung bekommst.
Ja, ja. „Dich lassen wir nicht mehr los, in diesem neuen Projekt“, das zu hören ist etwas schönes.
Bevor wir auf das neue Projekt zu sprechen kommen möchte ich noch auf dieser Ebene bleiben und die nicht so schönen Seiten im Altwerden ansprechen, was machst du mit denen?
Da bin ich auch dabei, das anzuerkennen, was natürlich nicht immer ganz so einfach ist, wenn man sieht, dass der Körper eben keine Maschine ist, die man einfach nur ölt, sondern dass er Lebensspuren zeigt. Das anzunehmen und damit umzugehen, dass es einem nicht wehtut, das war ein langer Prozess. |
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Solche Projekte brauchen Leute, die das wie Dampfmaschinen durchziehen. |
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Hast du Tricks?
Ja, die Tricks sind für mich einfach, dass man als Frau, und auch als Mann, einfach gepflegt sein muß. Es gibt für mich nichts schlimmeres als ungepflegte Menschen und ungepflegte alte Leute, die dann auch vielleicht noch uninteressant sind, weil sie sich geistig nicht beschäftigen, das finde ich einfach unangenehm.
Zu gepflegt, gehört da auch Sportmachen dazu, also nicht Dicksein?
Es gibt doch durchaus runde Körper, die hübsch sind. Gepflegtsein, dazu gehört für mich, dass man guckt, dass sein Äußeres auch eine angenehme Wirkung auf die anderen hat und natürlich auch für sich sebst.
Hat es auch etwas mit Gefallenwollen zu tun?
Sicher auch, das ist ja ein erster Angelpunkt der Augen. Und ich weiß nicht, ob das ein spezielles Frauenthema ist. Ich glaube jeder möchte gerne gefallen und möchte gesehen werde, und es ist ja klar, dass man besser gesehen wird, wenn man auch gepflegt ist. |
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Jetzt bin ich gespannt, was du von deinem neuen Projekt erzählst.
Bei der Krankheit meiner Mutter habe ich gemerkt, dass ich für mein Alter irgendwie vorsorgen muß, damit ich meiner Tochter später nicht auf so eine Art und Weise zur Last falle, dass sie sich ständig Sorgen um mich machen muß. Also habe ich mir gedacht, wenn ich dreiundsiebzig bin kriege ich nochmal eine ganz kleine Lebensversicherung, und damit zahle ich mir den Umzug in eine altengerechte Wohnung. Das war für mich so ein Fixpunkt. Und damit hat es angefangen, dass ich geguckt habe, was sich in meiner Stadt so anbietet. |
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Ich suchte eine Möglichkeit auch mit Kindern und mit jungen Leuten zusammenzu-wohnen. |
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Ich suchte eine Möglichkeit auch mit Kindern und mit jungen Leuten zusammenzuwohnen.
Eines Tages habe ich an einem Informationsabend für ein Mehrgenerationenwohnprojekt teilgenommen. Da waren 150 neue Interessenten. Der Moderator hat das Projekt vorgestellt und hat nach einer Einführung von etwa einer Stunde Gruppen bilden lassen: Leute, die sich dafür interessieren, etwas zu bauen; Menschen, die wenig Geld haben und nur mieten könnten; Leute, die daran interessiert wären später dort eine Eigentumswohnung zu kaufen und als Herzstück der ganzen Geschichte: Leute, die eine Genossenschaft gründen wollen und etwa 25% des Kaufpreises als Darlehen in die Genossenschaft einbringen und den Rest über Miete finanzieren wollen. Dieser Moderator ist Architekt, Kaufmann und Landschaftsgestalter und macht in Deutschland seit Jahren nur noch solche Projekte als Begleiter.
Wie heißt er, und hat er eine Internetseite?
Sein Name ist Rainer Kroll. Das Karlsruher Projekt ist insofern neu, als es diese 4 Möglichkeiten gibt, und damit auch relativ gesichert werden kann, daß es tatsächlich ein Mehrgenerationenprojekt wird, denn es hat sich gezeigt, daß bei vielen Projekten eben überwiegend ältere Leute mitmachen. Wir aber möchten ganz viele Kinder.
Das Projekt wird angezeigt unter www.karlsruhe.de/bauen/bauenplanen/baugruppen, dann den Link "Mehrgenerationen-Wohnprojekt Am Albgrün" anklicken. Bald werden wir auch eine eigene Homepage erstellen, die dann bei der Stadt auch verlinkt sein wird. |
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Wie war die Mischung von Alt und Jung bei diesem ersten Informationstreffen?
Da war ich auch ganz erstaunt, weil da bestimmt Leute ab 35 dabei waren. Die überwiegende Mehrzahl waren Leute um die fünfzig und Mitte fünfzig. Gehörtest du zu den Ältesten?
Ja.
Und du warst damals 68.
Ja. Damals habe ich noch nicht gewußt, wie ich mich einordnen soll, in die Gruppe der Mieter oder in die Genossenschaft. Und dann habe ich ein bißchen von meinen Eltern geerbt und habe mir gesagt, also dann gehe ich in die Genossenschaft, lass dieses Geld wirklich so liegen, habe inzwischen mit meiner Bank abgeklärt, dass es für die Einlage in die Genossenschaft reicht, allerdings muß ich jetzt gucken, dass ich an das Geld nicht drangehe. |
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Ich konnte immer schlechter sehen, durch den Grauen Star, und habe mich unsicher gefühlt. |
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Wieviel ist das, was ihr einzahlt?
Also wenn ich eine 50 Quadratmeter Wohnung rechne, und ich möchte unbedingt einen Balkon, da muß ich sicher mit 54, 55 Quadratmetern rechnen. Ich habe mir eine preisliche Obergrenze gesetzt von 2500€ pro Quadratmeter. Da ist das Grundstück drin und da sind auch 5% für Gemeinschaftseinrichtungen dabei. Das alles gibt dann fast 40.000€. Dann brauche ich ja noch eine neue Küche, und ich muß die alte Wohnung renovieren, und ich muß den Umzug machen. Deshalb muß ich jetzt gucken, dass ich mit Verzicht auf einige Dinge gut lebe, und das kriege ich auch hin. Nun bist du ja enorm engagiert in diesem Projekt.
Also das fing so an, dass der Moderator gesagt hat, die einzelnen Gruppen brauchen Gruppensprecher, und da bin ich gleich vorgeprescht und habe gesagt: ich habe meinen job verloren, ich brauche eine neue Aufgabe, ich stehe zur Verfügung. Zu Beginn war diese Genossenschaftsgruppe ziemlich groß, wir waren 17 Leute, und die Gruppe wurde immer kleiner als das Projekt immer weiter fortschritt und es ans Eingemachte ging, nämlich eine Gesellschaft Bürgerlichen Rechts zu gründen, um dieses ganze Projekt auch der Stadt gegenüber voranzutreiben, denn die Stadt hat das Grundstück. Und die gibt uns das natürlich nur, wenn die sehen, da geht auch was bei denen, denn heute ist jede Stadt daran interessiert, ihre Grundstücke so gut und so teuer, wie möglich zu verkaufen. |
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Im Moment ist die Stadt sehr an uns interessiert, weil sie merken, da geht was, und so ein Projekt kann ja auch ein Vorzeigeprojekt für eine Stadt sein. Als wir die Gesellschaft gegründet haben, waren wir zwei Wohneinheiten, ein Paar und ich. Die Frau ist 48, und der Mann 54. Und wir drei sind praktisch der Motor von dieser ganzen Geschichte und notgedrungen sind auch der Mann und ich Geschäfstführer dieser Gesellschaft. Inzwischen sind wir 8 Wohneinheiten und 12 Leute. Wir haben auch eine Gesellschaft für die Mieter und eine Gesellschaft für die Bauherren, die jetzt sofort schon anfangen können zu bauen. Jede Gruppe hat die Gruppensprecher und die Geschäftsführer, und es gibt eine weitere Gruppe, die die ganzen Gemeinschaftseinrichtungen miteinander verbandelt, und da bin ich im Moment auch Geschäftsführerin. |
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Ich bin dabei anzuerkennen, dass der Körper eben keine Maschine ist, die man einfach nur ölt, sondern dass er Lebens-spuren zeigt. |
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Das interessiert mich. Alle Gruppen gemeinsam werden Gemeinschaftsräume haben?
Ja. Jeder, der an diesem Projekt teilnimmt, verpflichtet sich, 5% für die Gemeinschaftseinrichtungen zu zahlen. Das wird weit über eine Million sein. Es gibt insgesamt, je nach Wohnungsgröße, etwa 100 bis 140 Wohneinheiten, verteilt auf Genossenschaft, Mieter, Wohnungseigentümer und Bauherren.
Wir alle arbeiten am Grundriß mit und bestimmen, wie wir die Wohnung haben wollen, es ist also anders als bei den Eigentumswohnungen, die alle nach einem bestimmten Plan gebaut werden.
Und diese fünfte Gruppe, die für die Gemeinschaftseinrichtungen zuständig ist und bei der ich jetzt auch Geschäftsführerin bin, die vertritt das ganze Projekt nach außen, ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und dafür, dass die Wünsche aller Gruppen für dieGemeinschaftseinrichtungen auf einen Stand gebracht werden, dass sie finanzierbar sind, dass sie auch so nachhaltig sind, dass man es später weiterfinanzieren kann und nicht unendliche Kosten hat, also wird es kein Schwimmbad, keine Sauna geben.
Aber wir wollen einen großen abteilbaren Gemeinschaftraum, wo man Versammlungen und Veranstaltungen durchführen kann, der eine Küchenzeile hat, der eventuell im Hintergrund ein Pflegebad hat. Wir wollen eine Pflegewohnung, wo man vielleicht vier, fünf, sechs Leute unterbringen kann, wie eine Minipflegestation, weil es ja viel günstiger ist, ein oder zwei Pflegekräfte für mehrer Leute zu engagieren.
Selbstverständlich lernen wir uns sehr gut kennen dadurch, dass wir uns zweiwöchentlich treffen und miteinander die Dinge durcharbeiten, und es haben sich Freundschaften gebildet. In solchen Fällen fällt es sicher leichter, sich im Krankheitsfall umeinander zu kümmern wie wenn jetzt irgendeine fremde Person da reinkäme und ich mich sofort um die kümmern müßte, das wäre nicht so mein Ding, und ich habe mitgekriegt, dass das bei den anderen auch so ist. Wenn du jemanden gut kennst, kannst du viel einfacher Wäsche Waschen oder einkaufen gehen oder vorlesen, um ein paar Beispiele zu nennen. |
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Das ist ja eine Vorstellung, also deine Vorstellung.
Das ist unser aller Vorstellung. Wir wollen nicht nochmal umziehen. Das ist Sinn dieser Geschichte.
Wie sieht es denn in eurer Vorstellung aus, wenn ein fremder älterer Mensch irgendwann mal dazukäme, was ja durchaus sein kann, weil eine Wohnung frei geworden ist.
Das wird gemeinschaftlich besprochen, es kann bei uns nicht jeder rein. Wir entscheiden darüber, wer in unser Projekt einzieht, das können wir natürlich nicht bei den Bauherren und nicht bei den Eigentumswohnungen, die gehören nicht in unseren Teil der baulichen Einrichtungen. |
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Deshalb muß ich jetzt gucken, dass ich mit Verzicht auf einige Dinge gut lebe, und das kriege ich auch hin. |
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Also sagen wir mal ihr wohnt da alle gut zehn Jahre, und ich käme jetzt dahin, weil eine Wohnung frei geworden ist, wie würde das gehen, müßte ich mich da vorstellen?
Ja. Da gäbe es Gespräche, ja.
Und ihr, die ihr drin seid, müßt euch einigen ob ihr mich aufnehmt.
Ja, das ist auch jetzt schon so. Interessenten, die zu unseren persönlichen Abenden kommen, um zu erleben, wie wir miteinander umgehen, wenn die sich entschließen und sagen wir treten dieser Genossenschaft bei und zu dem Herrn Kroll gehen und mit ihm den Vertrag abschließen, dann ist dieser Vertrag erst dann gültig, wenn wir von der Genossenschaft dem zugestimmt haben.
Ist schon vorgekommen, dass ihr nicht zugestimmt habt?
Wir haben eine Person, die sich sehr interessiert, die wir nicht aufnehmen wollen. Seid ihr euch einig in der Gruppe?
Ja. |
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Ich insistiere deshalb so, weil ich mir vorstellen kann, dass es auch so kommen könnte, dass ihr unterschiedlicher Meinung seid.
Das wird es geben. Deswegen habe ich mich für ein Seminar in Konfliktmanagement angemeldet. Und ich hoffe auch, dass ich durch meine Ausbildung in Beziehungstherapie später einwirken kann auf die Prozesse, dass jeder seine Meinung so sagen kann, dass er nicht überrannt wird, dass alle richtig angehört werden, dass das sachlich bleibt. |
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Ich brauch jetzt das Wochenende und will keine Verabredungen. |
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Ich finde dich mutig, Heide, dich auf all das einzulassen.
Ja, es gibt schon mal zwischendrin Durststrecken wo man denkt, auf was habe ich mich jetzt eingelassen, aber solche Projekte brauchen Leute, die das wie Dampfmaschinen durchziehen, sonst kommt das nicht auf die Füße. Wir wissen von einem Projekt mit 40 Wohnungen, das aus verschiedenen Gründen acht Jahre gedauert hat, und da waren zeitweilig vier Personen am Werk, die das ganze durchgezogen haben, und so war das bei uns mit uns dreien. Da bilden wir uns auch was drauf ein. Und unser Vorteil ist, dass wir, die wir zuerst in die Gesellschaft eingetreten sind, das erste Recht der Wahl haben.
Das finde ich gerecht. Die letzte Frage: Wann, glaubst du, ziehst du ein?
Etwa zweieinhalb Jahre müssen wir noch rechnen. Wir werden jetzt im September eine ganz große Planungswerkstatt mit Architekten haben, um überhaupt erstmal einen Masterplan für das Grundstück zu bekommen, das wird eine Riesengeschichte. Bis dahin haben wir schon Termine gesetzt, haben ganz viel zu besprechen, man glaubt es nicht, was das alles für Kleinigkeiten sind, denn wir müssen den Architekten ja sagen, was wir wollen. Das müssen die Architekten dann umsetzen. Danach müssen wir gucken, dass wir mindestens zwanzig Wohneinheiten zusammenkriegen. Wir glauben, wenn etwas auf dem Papier ist, dass es dann auch einfacher ist, dass sich Leute für das Projekt anmelden.
Unter zwanzig Einheiten dürfte die Finanzierung zu schwierig sein. Wir kaufen erst das Grundstück, wenn wir die erforderliche Anzahl von Leuten haben. Nach dem Erstellen des Masterplans haben wir noch achtzehn Monate, um das zu realisieren. Ich drück dir und euch die Daumen, und das nächste Gespräch machen wir, wenn du eingezogen bist.
Ja. |
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