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Forsetzung
im Januar 2007 in Las Casillas.
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erstes Porträt-Gespräch
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Wann
ist deine Mutter gestorben?
Am 21. November. Ich denke gerade dran, dass ich
sie genau vor zwei Monaten das letzte Mal lebend
gesehen habe. Ich bin am nächsten Morgen angerufen
worden, dass sie gestorben ist.
Es war eine ganz ungewöhnlich schlechte Zeit
hinterher für mich. Ich hätte nie gedacht,
dass mich der Tod meiner Mutter so trifft, weil
es ja für sie eine Erlösung war. Sie ist
die letzten drei Monate nur noch dahinvegetiert,
war kaum mal wach, hat mich vielleicht wahrgenommen,
denn ich war ja jeden Tag da, manchmal hatte ich
das Gefühl, aber ich war nie sicher.
Ein einziges Mal hat sie auf irgendwas, was ich
ihr erzählt habe oder was ich gefragt habe,
ja gesagt. |
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Hast du sie gesehen, als sie tot
war?
Nein, wollte ich nicht. Das hatte ich
bei meinem Vater erlebt. Ich wollte
ihn nochmal sehn und dieses veränderte
Bild von meinem Vater, das ist mir so
lange nachgegangen. Ich wollte meine
Mutter so in Erinnerung behalten, wie
sie gelebt hat. Wie sie für mich
gelebt hat. |
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| Es
ist eine tiefe Ruhe in mir. |
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Was
ich noch nachfragen wollte, wie war das für
dich mit deiner Mutter zum Schluß, war das
eine Last für dich?
Natürlich war das eine ganz starke seelische
Last. Das Gefühl zu haben, es geht ihr nicht
gut und garnichts tun zu können. Das einzige,
was ich tun konnte, war ja, dass ich dann kam und
sie eine halbe Stunde oder Stunde gestreichelt hab,
ihr irgendwas erzählt hab, was ich in der Zeit
drumherum getan habe, mit wem ich zusammen war,
was wir gekocht haben und was wir gegessen haben,
alles habe ich ihr erzählt, damit da immer
ein Fluß war. |
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Hinzu kam dann ja auch, dass mit dem Tod meiner
Mutter die Beziehung mit dem Freund zu Ende gegangen
ist. Er hat sich da von einer Seite gezeigt, die
dieses tiefe Gefühl, das ich für ihn
hatte, zerbrochen hat. Das war dann ein doppelter
Verlust. Das hatte ich ähnlich schonmal erlebt
und wollte sowas eigentlich nie wieder erleben.
Vielleicht hat mich deswegen auch dieser doppelte
Verlust so gebeutelt.
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Meine
Mutter hatte sich eine Feuerbestattung gewünscht.
Das dauert ja immer etwas länger. Und nachdem
die Bestattung dann endlich vorbei war
also
dieser Tag war nochmal ganz schlimm, und ich habe
mir gewünscht, ich müßte den Tag
nicht erleben
als der Tag dann vorbei war,
war ich auch ruhiger und in mir ruhender. Und seither
geht es mir von Tag zu Tag besser.
Ich fühle mich frei.
Es war auch noch sehr schwer, jeden Tag diese ganzen
Geschichten, finanzielle Geschichten und behördliche
Geschichten mit meiner Mutter abzuwicklen. Da kamen
jeden Tag, aber wirklich jeden Tag, irgendwelche
Dinge, und ich hatte das Gefühl, das hört
nie auf. Inzwischen kann ich damit auch besser umgehen.
Da ist noch einiges abzuwicklen, aber da sieht man
doch mal wieder, dass auch die Zeit Wunden heilt. |
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