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Miranda

 

 

 

 

Denken

Denken?
Wie wärs, wenn wir unsere Art zu denken mal überprüfen, sozusagen einen Denkcheck machen, damit wir mitkriegen, welchen Weg unsere Gedanken gehen. Meist denken wir nämlich in alten, gewohnten Bahnen auch dann noch, wenn diese Bahnen garnicht mehr mit unserer Lebenssituation übereinstimmen.

Wenn wir in Rente gehen oder pensioniert werden, verändert sich unsere Lebenssituation grundlegend. Wenn wir dann aber weiter so denken wie gewohnt, dann kann es ganz schön schräg werden in unserem Alltag.

Wenn außen nichts mehr zu tun ist, kann innen die Post abgehen.

Normalerweise denken wir ununterbrochen und dicht.
Oft denken wir Text, dann ist es wie Radio im Kopf. Manchmal denken wir auch Bilder, dann ist Denken wie Kino. Oft denken wir Dialoge, dann ist Denken wie Theater. Und so unterhalten wir uns ohne Unterlass selbst, und meistens merken wir es noch nicht mal.
Diese Texte, Bilder und Dialoge in unserem Kopf drehen sich zudem oft wie eine CD, die auf Wiederholung gestellt ist. Und auch das merken wir meistens nicht. Wir sind einfach dran gewöhnt. Und wenn es im Kopf zuviel wird, dann schalten wir im Auto das Radio oder im Wohnzimmer den Fernseher ein, oder rufen eine Freundin an. Wir schalten sozusagen um von innen auf außen.
Ein echt guter Moment für einen Denkcheck.
Ich finde, Eckhart Tolle beschreibt unsere gewohnte Art zu denken besonders gut (www.eckharttolle.com). Bei Tolle geht es um die Stille, die hinter den Gedanken liegt und die wir entdecken können, wenn wir aufhören zu denken. Sein Anliegen ist, uns darüber aufzuklären, dass wir unnötig viel und falsch denken und uns damit das Leben schwer machen.
Jetzt haben wir Frauen unser Leben lang nicht nur für uns, sondern auch für andere gedacht. Wir sind in solchen Symbiosen gewesen und viele sind es immer noch, dass wir oft nicht wissen, wo unser eigenes Denken anfängt und das der anderen aufhört. Um Kinder großzuziehen, müssen wir für sie denken und unsere eigenen Gedankengänge ihren Bedürfnissen zur Verfügung stellen, und auch im Job waren wir oft so identifiziert mit unseren Aufgaben, dass wir sie ständig im Kopf hatten.

Welchen Weg gehen unsere Gedanken?

Die Frage ist nun, was passiert beim Denken, wenn wir aus all dem raus sind. Wenn wir in Rente gehen und nicht mehr gefordert sind. Wenn die Kinder aus dem Haus sind. Wenn wir mit dem Mann allein sind. Wenn wir ganz allein sind.

Wenn außen nichts mehr zu tun ist, kann innen die Post abgehen. Und wenn wir dann beim Denken nicht wachsam sind, können unsere Gedanken uns das Blaue vom Himmel runterholen und wir selbst unser ganz persönliches blaues Wunder erleben. Wir können auf den Tripp gehen ohne Drogen genommen zu haben. Weil alles ganz anders ist, als wir es gewohnt sind und oft auch anders, als wir es erwartet haben. Ruhestand kann große Unruhe verursachen.
Ein echt guter Moment für einen Denkcheck.
Normalerweise denken wir ununterbrochen und dicht.